Die Entwicklung des ABC seit 1970

Im Mittelpunkt des Jahres 1970 stand das 50jährige Vereinsjubiläum. Höhepunkte der eigens veranstalteten Festwoche waren der Festkommers mit den vielen Gratulanten aus Sport und Politik sowie das Jubiläumsspiel gegen den amtierenden Deutschen Fußballmeister Borussia Mönchengladbach.

Neben dem Seniorenbetrieb rückte in dieser Zeit die Jugendabteilung immer stärker in den Mittelpunkt des Interesses. Hier ist in erster Linie das Internationale A-Jugend Pfingstturnier zu nennen, das 1967 das erstemal ausgerichtet wurde. Dem Organisationsteam um Bruno Hüsch gelang es über viele Jahre hinweg national und international renommierte Mannschaften für dieses Turnier nach Ahrweiler zu verpflichten. Beispielhaft seien hier Mannschaften wie der FC Neapel, FC Glasgow, Honved Budapest oder Werder Bremen genannt. Als Beleg für die Begeisterung gegenüber diesem Turnier mag das sehr rege Zuschauerinteresse dienen. So waren beispielsweise zum Endspiel 1972 zwischen Honved Budapest und US Casertana 1500 Zuschauer im Ahrstadion.

Die konsequente Jugendarbeit sollte sich auch in anderer Hinsicht bezahlt machen. Der ABC Jugendspieler Adalbert Fuhrmann erhielt eine Einladung zu drei Spielen der Jugendnationalmannschaft und erweckte damit das Interesse des Bundesligaclubs Borussia Mönchengladbach, zu dem er am 1. Febr. 1972 als Lizenzspieler wechselte.

Bezirksliga-Meister 1972

Der Bezirksliga-Meister 1972

obere Reihe v.l.n.r.: E. Hehle, W. Reichsdorf, K. Müller, J. Kurth, G. Adler, J. Glasner, J. Rieder, G. Vallender, H.P. Hilberath, M. Koch, Trainer Schemmerling, K. Schröder
untere Reihe v.l.n.r.: Betreuer M. Treffer, P. Krämer, J. Schmitz, A. Fuhrmann, F. Krah, B. Weiler, K. Ley, F. Joistgen, W. Kelter

Auch die Seniorenmannschaft des ABC profitierte von der hervorragenden Jugendarbeit und gewann 1972 die Meisterschaft in der Bezirksliga-Mitte und erreichte damit den langersehnten Aufstieg in die Rheinlandliga, der höchsten Amateurliga. Dieser Aufstieg kann sicher als einer der größten Erfolge in der Vereinsgeschichte bewertet werden. Vielen ABC-Anhängern ist sicher noch der überschwengliche Empfang der Meistermannschaft in Ahrweiler nach dem vorentscheidenden 2:0 Erfolg in Kottenheim in Erinnerung. Neben diesem Erfolg konnte die Mannschaft in diesem Jahr durch Siege über Höhr-Grenzhausen auch die Bezirksklassenmeisterschaft an die Ahr holen. Ein Blick auf die Meistermannschaft von 1972 macht deutlich, daß neben einem Stamm erfahrener Spieler eine Vielzahl junger Spieler zur Mannschaft gehörten, die alle aus der Jugendabteilung des ABC herangewachsen waren. In diesem Zusammenhang darf der Name Schemmerling nicht unerwähnt bleiben, dem es als Trainer hervorragend gelungen war die jungen Spieler in die Mannschaft zu integrieren.

Die folgenden Spieljahre sollten dann zu einer regelrechten Berg- und Talfahrt werden. So konnte in der Saison 1972/73 der Abstieg aus der Rheinland-Liga nicht verhindert werden. Doch bereits in der darauffolgenden Saison, Kurt Ulrich war inzwischen als Spielertrainer zum ABC gekommen, gelang der sofortige Wiederaufstieg. In der Saison 1974/75 mußte jedoch der erneute Abstieg in Kauf genommen werden. In der Spielzeit 1975/76 konnte die Mannschaft in der Bezirksliga zwar nicht ganz an der Spitze mithalten, aber immerhin einen guten 4. Tabellenplatz erreichen. An dieser guten Plazierung hatte sicher auch der zwischenzeitlich zurückgekehrte Trainer Schemmerling einen erheblichen Anteil. In der Saison 1977/78 konnte die Mannschaft schließlich erneut die Meisterschaft in der Bezirksliga-Mitte erringen, was gleichbedeutend mit dem Aufstieg in die inzwischen neu geschaffene Verbandsliga war. Trainer dieser Mannschaft war der ehemalige Bundesligatorwart D. Feller. In der Verbandsliga konnte man sich übrigens, abgesehen von einer einjährigen Unterbrechung in der Saison 86/87, bis 98/99 halten. Mit der Spielzeit 1979/80 übernahm 'Birk' Hilberath die sportliche Verantwortung für die 1. Mannschaft, eine Verbindung, die bis heute Bestand hat, ein Umstand, der in der näheren und weiteren Umgebung einmalig sein dürfte.

Diese Kontinuität im sportlichen Bereich ist sicherlich auch in der Kontinuität im Bereich der Vereinsführung begründet. Lediglich bei der Geschäftsführung gab es einige Wechsel. K.J. Steinkämper (1971), Bruno Hüsch (1973) sowie W. Stuhlfauth bzw. W. Mayerböck (1975) übernahmen dieses Amt.

Im Laufe des Jahres 1979 zeichneten sich erstmals finanzielle Probleme ab. Anlaß war eine Steuerprüfung, die eine Nachbesteuerung der im Zusammenhang mit dem Programmheft der Jugendturniere erzielten Einnahmen zur Folge hatte. Im Rahmen der Jahreshauptversammlung 1979 wurde, angeregt von Präsident K. Schröder, die Frage diskutiert, inwieweit es möglich sei, angesichts solcher Gebahren weiterhin im Amteursport in dieser Form zu bestehen.

Für einige Unruhe im Verein hatte bereits einige Jahre vorher die Diskussion eines anderen Themas gesorgt: die Fusion mit dem SC07 Bad Neuenahr, ein Thema übrigens, dass viel später, nämlich in den Jahren 1990 und 1991, nochmals intensiv aber ohne Ergebnis diskutiert werden sollte. Bürgermeister R. Weltken hatte dieses Thema erstmalig 1974 anläßlich der Meisterschaftsfeier im 'Hotel Hohenzollern' angesprochen.

Das Jahr 1980 brachte dann wieder zwei freudigere Ereignisse. Zum einen konnte nach einjähriger Zwangspause, bedingt durch die Austragung des Bundestreffens der deutschen Sportjugend in unserer Stadt, erneut das A-Jugend Pfingstturnier ausgetragen werden. Zum anderen wurde im Rahmen eines Festabends im 'Alten Zunfthaus' das 60jährige Vereinsjubiläum gefeiert. Viele Gratulanten aus Sport und Kommunalpolitik, allen voran Bürgermeister R.Weltken, der die Festrede hielt, gratulierten aus diesem Anlaß.

Die 80er Jahre müssen in der Gesamtbetrachtung als die erfolgreichsten der Vereinsgeschichte gesehen werden und das, obwohl die 1. Mannschaft 1986 für ein Jahr in die Landesliga absteigen mußte. Der Wiederaufstieg konnte jedoch in der Saison 86/87 ganz überlegen geschafft werden. So war der ABC lange Zeit einziger Vertreter des Kreises in der Verbandsliga. Die Plazierungen in den Jahren vorher und nachher konnten jedoch auch zufriedenstellen. Besondere Erwähnung finden sollte in diesem Zusammenhang die Vizemeisterschaft als Klassenneuling in der Saison 1987/88.

Auch die A-Jugend konnte einige spektakuläre Ergebnisse vorweisen. So gelang es 1985 zum ersten und einzigen Mal das heimische Pfingstturnier zu gewinnen, nachdem bereits in der gleichen Spielzeit der Aufstieg in die höchste A-Jugend Spielklasse geschafft worden war. An diesen Erfolgen hatte der ehemalige ABC-Aktive und damalige Trainer dieser Mannschaft L. Graf erheblichen Anteil. Gleichzeitig gelang es auch den Verein finanziell zu gesunden. E. Hehle als neuer Schatzmeister war ein Garant für diese Entwicklung.

Diese erfolgreiche Phase wurde mit dem Verbandsliga Spitzenspiel am 15.Okt. 1988 gegen die TuS Mayen, welches 0:1 verloren wurde, beendet. Dieses Spiel, das von 1600 Zuschauern! besucht wurde, stellte in vielerlei Hinsicht ein Wendepunkt dar. Sportlich begann damit für den Rest der Saison eine Negativserie. Hierzu hat sicherlich auch der in diesem Spiel erlittene Beinbruch des Torjägers Wolfgang Josten zu beigetragen. Aber auch im Hinblick auf das Zuschauerinteresse ist seit dieser Zeit ein ständiger Rückgang zu verzeichnen.

1990 wurde das Internationale A-Jugend Pfingstturnier letztmalig durchgeführt. Damit ging eine Ära zu Ende, die den ABC und die Stadt Ahrweiler weit über die Grenzen hinweg bekannt gemacht hat. Neben den vielen sportlichen Kontakten konnten auf diesem Wege auch viele Freundschaften geschlosssen werden, so dass dieser Schritt auch aus der Sicht der ABC-Verantwortlichen nur mit großem Bedauern durchgeführt wurde. Ausschlaggebend für die Absetzung des Turniers waren die durch dieses Turnier für den ABC anfallenden erheblichen organisatorischen und finanziellen Belastungen.

Rein sportlich betrachtet, kann sich die Bilanz der 90er Jahre sehen lassen. Die erste Mannschaft belegte in der Regel bis zu ihrem Abstieg aus der Verbandsliga in der Saison 1998/99 einen einstelligen Tabellenplatz. Im Jugendbereich war die A-Jugend ebenfalls ein Aushängeschild des Vereines. Die erfolgreiche Arbeit im Jugendbereich ist auch daran abzusehen, dass fast durchgängig alle Jugendklassen mit eigenen Mannschaften ohne die immer populärer werdenden Jugendspielgemeinschaften besetzt werden konnten.

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